Während Büromärkte in anderen Städten mit stagnierenden oder rückläufigen Entwicklungen kämpfen, zeigt Bonn sich widerstandsfähig und dynamisch. Wesentlichen Anteil daran haben öffentliche Institutionen, die durch umfangreiche Anmietungen den Standort stärken und die Stadt als Verwaltungssitz weiter festigen.
Büroteilmarkt Beuel-Süd/Bonner Bogen dominiert das Marktgeschehen
Unter den Bonner Büroteilmärkten konnte sich Beuel-Süd/Bonner Bogen als stärkster Wachstumstreiber behaupten und übertraf damit den letztjährigen Spitzenreiter Bonn-Nord. Die größte Anmietung des Jahres erfolgte für eine Bundeseinrichtung, die 60.000 Quadratmeter sicherte. Zudem leistete die Bundesstadt Bonn mit der Anmietung von 26.000 Quadratmetern in der Oberkasseler Straße 2 einen erheblichen Beitrag zur Marktbewegung. Dorthin zieht ein Großteil der Stadtverwaltung während der Sanierung des Stadthauses um.
Auch die 19.000 Quadratmeter und 9.000 Quadratmeter umfassenden Flächenanmietungen in der Justus-von-Liebig-Straße im Bonner Norden gingen an öffentliche Institutionen, was den Trend einer stark öffentlich geprägten Nachfrage weiter unterstreicht.
Baumaßnahmen und Marktbedarf
Im Jahr 2024 wurden insgesamt 31.823 Quadratmeter neue Büroflächen fertiggestellt, die sich über verschiedene Teilmärkte verteilen. Die Neubauflächen variieren in ihrer Größe zwischen 3.900 und 17.700 Quadratmeter, was eine breite Palette an Nutzungsmöglichkeiten für Unternehmen und Behörden bietet. Die Nachfrage nach kleineren Büroflächen bis 500 Quadratmeter bleibt beständig hoch – vor allem von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). In diesem Bereich konnten 65 neue Anmietungen verzeichnet werden, was die Attraktivität Bonns für KMU bestätigt.
Mietpreisentwicklung: Stabilität mit Potenzial nach oben
Eine Analyse der Mietpreise zeigt eine stabile bis leicht steigende Entwicklung. Die Durchschnittskaltmiete liegt aktuell bei 18,79 Euro pro Quadratmeter, während die Spitzenmiete 26,75 Euro pro Quadratmeter erreicht hat. Damit bleibt Bonn ein attraktiver Bürostandort mit wettbewerbsfähigen Preisen im regionalen Vergleich.
Geringer Leerstand unterstreicht Marktstärke
Der Büroflächenleerstand in Bonn beträgt zum 31. Dezember 2024 insgesamt 134.900 Quadratmeter, wovon 10.700 Quadratmeter als struktureller Leerstand klassifiziert sind. Die Leerstandsquote der marktgängigen Flächen beläuft sich auf 3,09 Prozent, was im Vergleich mit anderen Städten ein weiterhin sehr niedriges Niveau darstellt.
Blick nach vorn: Wachstum setzt sich fort
Für das Jahr 2025 wird eine weitere Expansion des Bonner Büroflächenmarkts erwartet. Geplant sind zwei neue Bürogebäude mit einer Gesamtfläche von 18.000 Quadratmetern. Während das kleinere Projekt „Fritz³“ an der Fritz-Bauer-Straße in Duisdorf 4.500 Quadratmeter umfasst, bietet das größere „West Side“ Baufeld 3 und 4 an der Siemensstraße 13.500 Quadratmeter an zusätzlicher Bürofläche. Dies verdeutlicht das anhaltende Vertrauen von Entwicklern und Investoren in den Bonner Markt.
Der Immobilienservice der Bonner Wirtschaftsförderung bleibt auch zukünftig ein zentraler Ansprechpartner für Anbietende und Interessenten von Büroflächen. Durch enge Zusammenarbeit mit Eigentümer*innen, Maklerunternehmen und Investoren können Anfragen zielgerichtet und effizient bearbeitet werden. Die detaillierten Marktdaten und Analysen werden in der jährlichen Broschüre „Büroflächenmarkt Bonn“ veröffentlicht und sind bald auf der Internetseite der Stadt Bonn abrufbar.
Weitere Informationen erhalten Interessierte über den Immobilienservice des Amtes für Wirtschaftsförderung: Clemens Jüssen, Telefon: 0228 77 4334, E-Mail: immobilienservicebonnde.