„Wir möchten auf dem Stiftsplatz eine Grünfläche mit klimaangepassten Pflanzenarten schaffen, um einen wichtigen Beitrag gegen die innerstädtische Hitzeentwicklung zu leisten“, sagt Oberbürgermeisterin Katja Dörner. „Baumpflanzungen tragen mit ihrer Verschattung zur Erhöhung der Aufenthaltsqualität insbesondere während Hitzeperioden bei. Im Sinne des Schwammstadt-Gedankens werden wir mit einem Regenwassermanagement wertvolles Wasser zur Bewässerung und optimalen Entwicklung der Pflanzen nutzen.“
Die Pläne des Büros „scape Landschaftsarchitekten“, das im Jahr 2022 in einem Werkstattverfahren als Sieger hervorging, zeichnen sich durch eine differenzierte Vegetation aus Staudenbändern, neu gepflanzten Blütenbäumen, Rasen- und Wiesenflächen aus. Dabei bleibt der vorhandene, prägende Baumbestand erhalten und erhält bessere Standortbedingungen durch eine Vergrößerung des Wurzelraums. An beiden Kopfseiten des Stiftsplatzes entstehen kleine, multifunktionale Entreeplätze, im Westen mit dem bestehenden Christusbrunnen, im Osten wird das Anfang 2024 errichtete Fahrradparkhaus integriert.
Barrierefreie Gestaltung
Der Platz wird durchgängig barrierefrei gestaltet, wichtige Straßenübergänge und Wegeverbindungen werden mit Blindenleitstreifen nachgezeichnet. Seine Mitte wird eine großzügige Grünfläche als Zentrum des Stadtraumes bilden, die eine Spielinsel mit Kletterstangen erhält. Als weitere Spielangebote sind Hängematten und eine Slackline geplant. Vor allem überzeugen die Planungen der Be- und Entwässerung der großen Vegetationsfläche durch die Nutzung des Regenwassers der nördlich angrenzenden Gebäude.
Das Regenwassermanagement beinhaltet die Versickerung in Mulden in den Pflanzflächen, die Baumgrubenrenovierung und die Anlage einer Baumrigole. Anfallendes Regenwasser von den Dächern der nördlich angrenzenden Bebauung werden in eine unterirdische Zisterne geleitet und mittels einer Unterflur-Tröpfchen-Bewässerungsanlage der Grünfläche zugeführt.
Vor allem der hohe Grad an Baustoffrecycling wurde 2022 von der Jury sehr positiv hervorgehoben, da die vorhandenen Pflastersteine wiederverwertet und somit auch eine gestalterische Anbindung an die Stiftskirche geschaffen werden soll. Der Platz um den Christusbrunnen soll durch die Wiederverwendung des hochwertigen Basalt- und Marmorpflasters besonders betont werden.
Förderungen
Die Maßnahme wird über zwei Fördertöpfe finanziert. Das Programm des Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (Anpassung urbaner und ländlicher Raume an den Klimawandel) fördert die Bausteine der blau- grünen Infrastruktur mit einer Förderquote von 85 Prozent, die aus Bundesmitteln gedeckt sind. Die Städtebauförderung fördert die nicht über das Programm des BBSR abgedeckten Teile der Planung mit einer Quote von 80 Prozent. Bei einer Bausumme von 2,26 Millionen Euro werden 1,36 Millionen Euro über das Programm des BBSR gefördert und 900.000 Euro über die Städtebauförderung.