Der Gesamtbetrag der Aufwendungen im Doppelhaushalt 2025/26 umfasst ca. 1,8 (Planjahr 2025) bzw. 1,9 Milliarden Euro (Planjahr 2026). Gegenüber dem Planungsstand im vergangenen Jahr sieht der nun beschlossene Haushalt Einsparungen in Höhe von rund 445 Millionen Euro in den kommenden fünf Jahren (bis 2029) vor. Trotz der Notwendigkeit zu sparen, bleiben die Realsteuerhebesätze der Gewerbesteuer unangetastet und im Bereich der Grundsteuer aufkommensneutral.
Dem Ratsbeschluss zum Haushalt ging ein längerer Konsolidierungsprozess voraus, nachdem die Kommunalaufsicht im Oktober 2024 ihre Bedenken bezüglich der Genehmigungsfähigkeit des im vergangenen Jahr vorgelegten Haushaltsentwurfs erklärt hatte. Die Verwaltung hat danach unter dem neuen Stadtkämmerer Michael Fark (Amtsantritt 1. November 2024) ein umfangreiches Konsolidierungspaket erarbeitet und im Dezember vorgelegt. Es schlossen sich die Haushaltsberatungen der Politik an.
Oberbürgermeisterin Katja Dörner unterstreicht die Ausgewogenheit des Haushalts: „Trotz der notwendigen Einsparungen setzen wir klare Prioritäten für soziale Gerechtigkeit, Klimaschutz und die Zukunft unserer Infrastruktur. Es war auf allen Seiten ein hartes Ringen um die gute Sache. Ich danke allen Beteiligten für die konstruktive Zusammenarbeit."
Für Stadtkämmerer Michael Fark ist die langfristige finanzielle Stabilität des Haushalts von Bedeutung: „Ich freue mich über den Haushaltsbeschluss und das klare Bekenntnis des Bonner Stadtrates zur weiteren Haushaltskonsolidierung im Rahmen des Haushaltsbegleitbeschlusses. Es ist allen bewusst, dass wir den Konsolidierungskurs entschlossen fortsetzen müssen, um langfristig einen stabilen Haushalt zu erreichen und Bonn weiterhin positiv gestalten zu können."
Ein deutlicher Schwerpunkt des Haushaltes liegt auf dem sozialen Zusammenhalt in der Stadt. Mit rund 407 Millionen Euro in 2025 und rund 425 Millionen Euro in 2026 und damit einer der größten Posten im städtischen Haushalt, stellt die Stadt wichtige Transferaufwendungen im Bereich Soziales und Kinder, Jugend und Familie sicher.
Die jährlichen Defizite stellen sich nun wie folgt dar: 2025 97 Millionen Euro, 2026 123 Millionen Euro, 2027 128 Millionen Euro, 2028 111 Millionen Euro und 2029 110 Millionen Euro. Damit ist eine Trendwende eingeleitet, die es nun weiterzuführen gilt.
Auch weiterhin bleiben die Aufgaben der Stadt strukturell unterfinanziert und damit eine zentrale Herausforderung für alle Kommunen. Oberbürgermeisterin Katja Dörner: „Mit Blick auf die Koalitionsverhandlungen im Bund erinnere ich daran, dass die Kommunen eine solide Finanzausstattung und eine Altschuldenlösung brauchen. Für die Menschen im Land sind es vor allem die Kommunen, bei denen sie wahrnehmen, ob der Staat und damit unsere Demokratie funktioniert. Daher müssen den Aufgaben, von denen die Kommunen immer mehr übernehmen müssen, auch die entsprechenden Finanzen folgen.“