Bereits wenige Tage nach Versand der Einladungen an die Schulen war die Wahlarena mit 1.000 Plätzen ausgebucht. Die Veranstaltung ermöglichte Jugendlichen, Politik hautnah zu erleben, Antworten auf ihre Fragen zu erhalten und sich aktiv einzubringen. Sie bot eine Plattform, um politische Standpunkte kennenzulernen, kritisch zu hinterfragen und sich eigene Meinungen zu bilden. Zwölf Tage vor der Bundestagswahl konnten junge Wahlberechtigte sich gezielt mit den Positionen der Kandidierenden auseinandersetzen. Fragen wie „Welche Partei vertritt meine Interessen?“ und „Was sind die wichtigsten Themen der Wahl?“ standen im Mittelpunkt. Teilnehmende Politiker*innen waren: Lisa Glaremin in Vertretung für Jessica Rosenthal (SPD), Tim Achtermeyer in Vertretung für Katrin Uhlig (Bündnis 90/Die Grünen), Hendrik Streeck (CDU), Anna Heimann (FDP), Jürgen Repschläger (Die Linke), Wolfgang Truckenbrodt (AfD) und Hanno von Raußendorf (BSW).
Engagierte Diskussionen zu drei Themenblöcken
In ihrem Grußwort zu Beginn der Veranstaltung betonte Oberbürgermeisterin Katja Dörner die Herausforderungen, vor denen die Gesellschaft steht – etwa den gesellschaftlichen Zusammenhalt oder den Schutz der Demokratie: „Diese Herausforderungen können wir nur gemeinsam bewältigen – jung und alt, religiös oder nicht religiös, ob mit deutschem Pass oder in erster, zweiter oder dritter Generation in Deutschland lebend. Unsere Vielfalt ist unsere Stärke!“ Sie hob hervor, dass die Wahlarena ihr besonders am Herzen liege, da sie den direkten Dialog zwischen jungen Menschen in Bonn und der Politik ermögliche. Kinder und Jugendliche seien nicht nur die Zukunft, sondern auch die Gegenwart – eine Generation, die aktiv mitgestalte und Gehör finden müsse.
Anne Segbers, Vorsitzende des Kinder- und Jugendrings, betonte die Bedeutung der UN-Kinderrechtskonvention sowie die Wichtigkeit der Meinungsfreiheit und der Beteiligung junger Menschen. Die Wahlarena sei ein gutes Beispiel dafür, wie die Beteiligung junger Menschen gestaltet werden kann – und davon brauche es mehr und häufiger.
Die Wahlarena begann um 9:30 Uhr mit einem „Markt der Möglichkeiten“ im Foyer der Bonner Oper. Hier informierten und stellten die Mitgliedsverbände des Kinder- und Jugendrings, allen voran die Jugendorganisationen der vertretenen Parteien, ihre Positionen vor und luden zu Gesprächen ein. Auch die Stabsstelle Bürgerbeteiligung und die Bundeszentrale für politische Bildung waren mit einem Infostand vertreten und gaben Einblicke in die Kinder- und Jugendbeteiligung in Bonn sowie in die Bundestagswahl. Neben dem Wahl-O-Mat standen Materialien zu Erst- und Zweitstimmen sowie zum Wahlablauf bereit.
Nach einer kurzen Vorstellungsrunde der Politiker*innen folgten Themenblöcke zu „Wohnen, Soziales und Teilhabe“, „Wirtschaft, Klima und Außenpolitik“ sowie „Demokratie, Gesellschaft und Migration“. Die Kandidierenden mussten in kurzen Antworten Stellung beziehen, während interaktive Mitmachaktionen – wie das Basteln eines Papierfliegers oder ein Bonn-Quiz – den Dialog auflockerten. Die Wahlarena wurde von Jugendlichen moderiert und im Vorfeld mit ihnen vorbereitet.
Die jungen Nachwuchsmoderator*innen Jan Bondarenko, Lisa Birker, Lilja Schall, Henry Frese, Jodie Zitz, Ansga Reitze und Raphael Ebersoll vom Clara-Schumann-Gymnasium wurden in der LoCom-Medienakademie Bonn, die sich seit Jahrzehnten der politischen und kulturellen Medienbildung verschrieben hat, auf ihren Auftritt vorbereitet. Alle eingeladenen Schüler*innen hatten bereits im Vorfeld der Veranstaltung ihre Fragen auf www.bonn-macht-mit.de/jugend (Öffnet in einem neuen Tab) einreichen können. Zum Ende der Diskussionsveranstaltung gaben die Kandidierenden ein Schlussstatement ab.
Übertragung per Livestream
Die große Nachfrage zeigte das starke Interesse der Schulen an der Veranstaltung in der Bonner Oper. Um möglichst vielen Schülerinnen und Schülern die Teilnahme zu ermöglichen, wurde die Veranstaltung per Livestream in die Schulen übertragen, sodass auch diejenigen, die keinen Platz vor Ort hatten, live dabei sein konnten.