Zeitfenster April: Wahlplakate im Wandel der Zeit
Wahlplakat ohne Parteilogo weckte die Neugier
Das Stadtarchiv beherbergt tausende Plakate jeglicher Art, die derzeit laufend digitalisiert und so allen Interessierten zugänglich gemacht werden. Ob Wahlen, Versammlungen oder kulturelle Veranstaltungen – all diese Ereignisse werden durch den Bestand der Plakatsammlung (DA10) abgebildet und spiegeln die lebhafte Geschichte der Stadt Bonn wider. Bei den ältesten in diesem Bestand vorliegenden Plakaten, handelt es sich überwiegend um politische Aushänge.
Waren diese vor etwa 100 Jahren informativ und schlicht gehalten, gab es in den Jahrzehnten danach auch ungewöhnlichere Ideen, um den Blick der Wähler auf das Motiv zu lenken.
So wie bei dem vorgestellten Wahlplakat der CDU zur Bundestagswahl im Jahr 1972. Die Hippiebewegung der 1960er hinterließ augenscheinlich auch bei eher konservativen Parteien ihre Spuren und führte zu einer gelockerten Haltung.
Ferner begann das deutsche Wirtschaftswunder in den 1970ern unter der Regierung von Willy Brandt zu bröckeln, was mit dem provokanten Wahlspruch aufgegriffen wurde.
Interessant ist auch, dass die CDU, bis auf die Impressumsangabe, nicht werbewirksam als Herausgeber des Plakates durch ein Logo oder Ähnlichem deklariert wird.
So wurde die Neugierde des Betrachters garantiert geweckt.